Kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul Bad Camberg


Liebe Besucherin, lieber Besucher auf unserer Internet-Seite

wir begrüßen Sie in unserer Pfarrkirche. Der Besuch gibt Ihnen Gelegenheit, sich von der freundlichen und sammelnden Stille dieses Kirchenraumes einfangen zu lassen.

Für uns als christliche Gemeinde in Bad Camberg ist unsere Kirche viel mehr als ein Museum, in dem es sakrale Kunst zu besichtigen gibt. Für uns ist hier der Ort, - wo wir uns beim Gottesdienst als Gemeinde Jesu Christi versammeln, - wo wir Gott, unseren Vater, loben und preisen, - wo wir Gottes Wort hören, und Gott uns durch den Empfang der Eucharistie für den Alltag stärkt, - wo wir im fürbittenden Gebet die Anliegen unserer Zeit vor Gott tragen und unserer Verstorbenen gedenken.

Unsere Vorfahren haben dieses schöne Gotteshaus gebaut. Erstmals wurde in einer Urkunde von 1156 eine "St. Peter-Kirche" in Camberg erwähnt. Der älteste Teil der heutigen Kirche ist der quadratische Turm von 1580. Durch Zerfall des Kirchenschiffes im 18. Jahrhundert wurde ein Neubau nötig. Die neue Kirche im "Zopfstil" entwarf der Dillenburger Bauinspektor Friedrich Sckell; die Ausführung leitete der Mainzer Baumeister F. Dieffendinger. Damals gehörte Camberg zum Erzbistum und Kurfürstentum Trier. Der Trierer Weihbischof Johannes Maria von Herbain weihte die Kirche am 15. Juli 1781 zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus. Unsere Kirchenpatrone erinnern uns an die herausragenden Apostel der Urkirche.

Wir wollen uns nun umschauen und die sakrale Kunst betrachten. Der Blick fällt zuerst auf den gekreuzigten Christus im Chorraum. Das überlebensgroße Wandgemälde wurde von dem Frankfurter Akademie-Maler Philipp Veit 1835 geschaffen. Es will den Betrachter daran erinnern, daß wir durch den Kreuzestod Jesus erlöst sind. Wenn der Priester mit der Gemeinde Eucharistie feiert, werden Tod und Auferstehung Christi gegenwärtig. Dem Chorraum gegenüber, an der Westseite der Kirche, erhebt sich die Empore mit dem barocken Orgelprospekt. Die Gebrüder Stumm aus Sulzbach im Hunsrück schufen das herrliche Werk in den Jahren 1779-84. Die Orgel wurde im Jahr 2001 mit einem Kostenaufwand von 350.000 DM renoviert Die feierliche Orgelweihe fand am Sonntag, dem 25. November 2001 statt. Die Orgel kann jetzt von zwei Spieltischen aus bespielt werden. Der bereits auf der unteren Empore vorhandene Spieltisch bleibt erhalten, der neue Spieltisch hat seinen Platz auf der oberen Empore. Von dort wird auch künftig wieder der Kirchenchor singen. In unserer Gemeinde hat die Kirchenmusik einen hohen Stellenwert. Wir sind glücklich, in Heinrich Thuy einen Organisten zu haben, der die "Königin der Instrumente" beim Sonntagsgottesdienst beeindruckend zum Klingen bringt.

Richten Sie einmal den Blick nach oben! Sie sehen in leuchtenden Farben die stuckierte Spiegeldecke des Mainzer Hofmalers Joseph Appiani, der u.a. auch die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen ausmalte. Die Deckenfresken zeigen Szenen aus dem Leben der Kirchenpatrone, nach barockem Empfinden dargestellt. Auch die Stukkaturen der Seitenwände haben eine hohe künstlerische Aussagekraft. Im Altarraum sehen Sie Symbole der vier Evangelisten Matthäus (Engel), Markus (Löwe), Lukas (Stier) und Johannes (Adler). Die 10 Medaillons sind Allegorien von Tugenden. Die Statuen auf den beiden Seitenaltären zeigen ausdrucksvolle Arbeiten: Das schönste Werk ist wohl die Mondsichelmadonna, ein rheinisch-fränkisches Kunstwerk, um 1525 gearbeitet. Die barocke Josefsfigur wurde 1756 in einer Hadamarer Werkstatt geschnitzt. Auch der Sebastiansleuchter aus Messingbronze, 1748 in Mainz angefertigt, zählt zu den Kostbarkeiten unserer Kirche.

Kanzel, Laienchorgestühl und Beichtstühle sind in ihrem klassizistischen Formen unmittelbar nach Erbauung der Kirche in Koblenzer und Wormser Werkstätten erstanden. Die übrigen Figuren, St. Peter und Paul, St. Katharina, die Pieta und St. Antonius sind wie das "Herz Jesu" und der Kreuzweg Arbeiten des 19. Jahrhunderts und beginnenden 20. Jahrhunderts. Auch die Altäre selbst sind neueren Datums. Der Hochaltar mit Tabernakel wurde 1938 und die Seitenaltäre 1948 von Camberger Handwerkern geschaffen. Im Zuge der Restauration der Kirche (1987-95) wurde 1995 der Zelebrationsaltar und der Ambo vom Limburger Bildhauer Karl Matthäus Winter gestaltet. Die Altarreliefs haben das eucharistische Mahl zum Thema. Ist bei den Deckengemälden der Hl. Petrus die Zentralfigur, so soll bei den Altarbildern die Theologie des Apostels Paulus verdeutlicht werden. Am Ambo hat der Künstler das Gleichnis Jesu vom Senfkorn - es symbolisiert die Verkündigung des Reiches Gottes - dargestellt.

Durch die Restaurierung hat der Innenraum der Kirche ein vollkommen neues Aussehen erhalten. Aufwendige Untersuchungen haben die ursprüngliche Farbgebung ermittelt. So konnten aufgrund dieser Befunde die Stukkaturen und Wandflächen die farbige Ausmalung erhalten, wie sie vor 200 Jahren war. Für die Gemeinde erforderte dieses bunte Aussehen zunächst ein Umdenken. Inzwischen bejahen die Gläubigen ihr farbenfrohes Gotteshaus. - Ein kleines Viereck an der Rückwand zeigt übrigens, wie dunkel die Ausmalung um 1900 war.

Sie haben durch diese Kurzinformation ein wenig von der Bau- und Kunstgeschichte unseres Gotteshauses erfahren. Wer sich eingehend informieren möchte, findet dies im Kunstführer "St. Peter und Paul zu Camberg im Taunus" von Dr. Heinz-Willi Peuser. Weitere detailierte Informationen und Bilder finden Sie in unserer Festschrift zur Restaurierung. Beide Schriften könnnen Sie zum Preis von 1,50 DM bzw. 5,00 DM zzgl. Porto durch unser Pfarrbüro beziehen

Wenden Sie zum Schluß noch einmal Ihren Blick zum Altarraum. Sie sehen links vom Hochaltar an der Wand das "Ewige Licht". Es erinnert daran, daß auf dem Hochaltar, im Tabernakel, die Heilige Kommunion aufbewahrt wird. Jesu ist in Brotsgestalt gegenwärtig.

Orgelrenovierung im Jahr 2001
Die Arbeiten wurden Ende Oktober abgeschlossen und die feierliche Orgelweihe fand am Sonntag, dem 25. November 2001 statt. Die Orgel kann zukünftig von zwei Spieltischen aus bespielt werden. Der bereits auf der unteren Empo-re vorhandene Spieltisch bleibt erhalten, der neue Spieltisch hat seinen Platz auf der oberen Empore. Von dort wird auch künftig wieder der Kirchenchor singen. Dazu wurde der Bodenaufbau dieser Empore neu gestaltet und der Zugang geändert. Die beiden oberen Emporen sind in Zukunft nur noch über die rechte Treppe (Kirchplatzseite) zu erreichen.

Da die Tragfähigkeit der Empore nach heutigen Berechnungen und Normen nicht mehr gewährleistet war, wurde das Gebälk durch zusätzliche Träger verstärkt und die Tragfähigkeit der Säulen überprüft. Die Gesamtkosten für diese Maßnahmen betrugen ca. 400.000,-- DM, die überwiegend durch Spen-den aus der Pfarrgemeinde aufgebracht wurden. Herzlichen Dank an alle Spenderinnen und Spender! Die "neue" Orgel ist in der anlässlich der Orgelweihe erschienenen Festschrift ausführlich beschrieben.

Appiani-Deckengemälde
Das vierte große Deckengemälde von Appiani, entstanden um 1780, konnte während der 1987 bis 1995 erfolgten Kirchenrestaurierung mangels Zugäng-lichkeit nicht bearbeitet werden, da es sich direkt über dem Prospektgehäuse der Orgel befindet. Im Zuge der Orgelrenovierung war ein Zugang zum Ge-mälde möglich, und diese Gelegenheit wurde genutzt, um die originale Dar-stellung und Farbigkeit des 18. Jahrhunderts wieder herzustellen. Das Bild zeigt allegorische Darstellungen mit Engeln und Musikinstrumenten und stellt damit einen Bezug zur Orgel her.

Bodensanierung
Bedingt durch einen Hausschwammbefall der Holzpodeste im gesamten unte-ren Bereich der Kirche musste ein Bodenaustausch und die Sanierung der Fundamente, Sockel und Säulen, auf denen die Emporen ruhen, erfolgen. Ein Eichendielenboden ersetzt das frühere Parkett. Bei der Erneuerung des Fuß-bodens wurden geeignete Vorkehrungen getroffen, um einer Wiederholung des Pilzbefalls vorzubeugen.

Kirchenbänke
Die Phase der Kirchenschließung wurde auch genutzt, um die Bänke in der vorderen Kirchenhälfte zu erneuern. Dabei hat man die gut erhaltenen Au-ßenwangen wiederverwendet und den Korpus der Bänke bequemer gestaltet. Außerdem wurden für diese Bänke neue Sitzkissen angeschafft. Die restlichen Bänke in der hinteren Kirchenhälfte sollen in den nächsten Jahren Zug um Zug ebenfalls erneuert werden.

Unsere Pfarrkirche ist wirklich das Haus Gottes unter den Menschen, die in dieser Stadt leben.

Wenn Sie nach Bad Camberg kommen, laden wir Sie deshalb ein: Verweilen Sie. Vielleicht fühlen Sie die Nähe Gottes. Versuchen Sie, Gott zu danken, ihn zu bitten. Der Dichter Reinhold Schneider hat einmal gesagt: "Eine Kirche versteht nur, wer in ihr niederkniet". Wir wünschen Ihnen eine wohltuende Atempause im Gebet und Friede auf Ihrem Weg.

Die Pfarrkirche ist täglich von 10-17 Uhr für Besuch und persönliches Gebet geöffnet


Pfarrgemeinde St. Peter und Paul Bad Camberg Bistum Limburg (externer Link)